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Die Information und der Gedankenaustausch

von

Rudi Zimmerman

Stichworte: Information; das Geistige; der Informationsträger; der Code; natürliche und menschliche Informationsträger

Sehr geehrter Leser, liebe Freundin,

heute möchte ich Sie mit einem schwierigen Thema konfrontieren, nämlich mit dem Thema "Information".

Information ist Geistiges

Jeder Mensch weiß zwar, was das ist, aber leider definieren nicht einmal unsere Mathematiker diesen Begriff – selbst wenn sie auf dem Gebiet der Informatik tätig sind. Informatiker rechnen mit Bits und Bytes (8 Bits sind 1 Byte). Das sind lediglich Maßeinheiten für Datenmengen. Dass aber selbst die kleinste Datenmenge, nämlich 1 Bit, sehr viel Information enthalten kann, verschweigen diese Fachidioten Ihnen. Genauso ist es mit der grandiosen Datenmenge von einem Terabyte. Diese kann eventuell gar keine Informationen enthalten.
Wenn Ihnen nämlich die Informationen, die damit ausgedrückt werden sollen, bereits bekannt sind, ist der Informationsgehalt dieser Datenmenge für Sie, lieber Leser, gleich null, "nichts Neues", ein "alter Hut".

"Information", wie ich sie hier meine, ist der Bedeutungsinhalt einer Datenmenge. Dieser Bedeutungsinhalt oder kurz die "Bedeutung" ist etwas Geistiges. Im Unterschied zu dem, was wir als Materie bezeichnen und anfassen können, ist das Geistige, z.B. eine Information, nicht anfassbar, hat keine Ausdehnung im Raum. Sie ist Nichts und kann doch sehr viel und sehr wichtig sein.

Was benötigt Information?

Information benötigt jedoch, wenn sie gespeichert und wenn sie transportiert werden soll, etwas Materielles als Träger. Anderenfalls bleibt sie Nichts.

Um es gleich zu sagen, damit ich es nicht vergesse: Information benötigt auch stets einen "Sender" und einem "Empfänger". Sie muss von irgendwoher losgeschickt werden (Sender) und irgendwo ankommen (Empfänger), damit sie einen Sinn hat. Ohne einen Empfänger, der die Information versteht, geht sie ins Leere und ist damit sinnlos. In diesem Zusammenhang kann man auch anstelle von "Information" von einer "Botschaft" sprechen. Wichtig ist weiterhin, dass die Botschaft nach einem bestimmten Schema vom Geistigen in den materiellen Träger hineintransformiert wird, in Materielles umgewandelt wird. Diesen Vorgang nennt man "Codierung". Der Empfänger muss die Botschaft auch Decodieren können, also vom Materiellen ins Geistige zurückübersetzen können. Sender und Empfänger müssen den gleichen Code benutzen. Oder: der Code muss beiden bekannt sein.

Damit wissen Sie nun alles über das Thema "Information". Information ist etwas Geistiges, benötigt einen materiellen Träger, auf den die Botschaft codiert wird, und einen Sender und einen Empfänger, die den Code kennen.

Ein praktisches Beispiel

Das mit dem materiellen Träger und dem Sender/Empfänger und dem Code ist viel einfacher, als sie denken, meine Liebe. Ich erläutere Ihnen das am besten an Hand eines Beispiels.
Nehmen wir an, sie unterhalten sich mit Ihrer Freundin bei einer Tasse Kaffee. Sie erzählen dabei Ihrer Freundin, dass eine nicht anwesende gemeinsame Bekannte einen neuen Freund hat, was Ihrer Gesprächspartnerin noch nicht bekannt war. Dann haben sie als Sender ihrer Freundin eine Information übermittelt. Sie waren der Sender und Ihre Freundin der Empfänger einer Botschaft. Sie haben an etwas Bestimmtes gedacht, es Ihrer Freundin gesagt, diese hat das verstanden, da sie die gleiche Sprache wie sie spricht.

Der Code

Sie sehen schon, es ist wichtig, dass sie beide die gleiche Sprache sprechen, in dem Fall wahrscheinlich deutsch. Hätten sie das gleiche, also genau dieselbe Information einer nur chinesisch sprechenden Freundin berichtet, hätte die nichts verstanden. Sie hätte die Nachricht nicht decodieren können. Sie hätte "Bahnhof" verstanden, obwohl sie über das gleiche Gehirn und über die gleichen Sprechwerkzeuge und Ohren wie Sie verfügt.

Beim verbalen Kommunizieren ist also der Code das, was als Sprache (Landessprache) bezeichnet wird. Dies ist übrigens ein sehr grober gemeinsamer Code. Tatsächlich gibt es viele Verfeinerungen dieses Sprachcodes. In jedem Landesteil wird ein anderer Dialekt gesprochen, ein Wissenschaftler wird einen Begriff der "Umgangsprache" anders verstehen als der Normalbürger und oftmals wird ein Mann einen Begriff anders verstehen als ihn eine Frau gemeint hat, falls ihr Gesprächspartner männlichen Geschlechts ist. Das nennt man dann Missverständnis. Derartige Missverständnisse werden Ihnen, liebe Freundin, massenweise bekannt sein. Manchmal hat man ja das Gefühl, dass das ganze Leben aus einer Kette von Missverständnissen besteht, kennen Sie das auch?

Informationstheoretisch heißt das: der Code des Senders war nicht völlig kongruent (=übereinstimmend) mit dem Code des Empfängers.

Manchmal werden auch unterschiedliche Begriffe identisch codiert, so kann das Wort "Strom" der sprachliche Code für einen großen Fluss sein oder auch für elektrische Kraft, die durch einen Leiter fließt und eine Birne zum Brennen bringt. Das ist dann zusätzlich noch ein Kuddelmuddel von Umgangssprache und Fachsprache.

Der Weg der Information von Ihrem Hirn in das Ihrer Freundin.

Mit Hilfe der Begriffe, die ich Ihnen gerade erläutert habe, möchte ich Ihnen einmal ganz kurz schildern, was auf dem Weg vom Ohr zum Gehirn mit einer akustisch codierten Information passiert.

Sprechen heißt also, dass sie ihre Sprechmuskulatur (siehe oben) so bewegen, dass diese den Luftstrom, die aus ihrer Lunge kommt, so verändert, dass sich Druckunterschiede ergeben. Ihre motorischen Sprechnerven haben also die Sprechmuskeln so bewegt, dass Luftdruckänderungen herauskommen, die nicht nur als irgendwelche Geräusche, sondern als Sprache zu identifizieren sind. Das macht Ihr Körper automatisch.
Nun ist die Luft der Träger der Information geworden. Die Botschaft (Frau xy hat einen neuen Freund) befindet sich nun nicht mehr nur in ihrem Kopf als Denkmuster oder Nervenreizmuster als Träger, sondern in der Luft. Sie haben die Botschaft in Schallwellen umcodiert. Diese breiten sich in alle Richtungen aus. Der Vorteil von Schallwellen ist, dass sie sich nicht weit ausbreiten. Je lauter sie sprechen, desto weiter wird die Information ausgebreitet, aber eigentlich soll ja nur ihre Freundin hören, was sie sagen. Dem passen sie ihre Lautstärke an. Es reicht ja, wenn die Druckwellen (bzw. Schallwellen) das Ohr ihrer Freundin erreichen.
Im Ohr ihrer Freundin werden die Druckwellen wieder in Nervenreize umgewandelt, decodiert. Die Schallwellen (Druckänderungen der Luft) gelangen ins Ohr und werden dort in Nervenimpulse umgewandelt und ins Hörzentrum der Hirnrinde weitergeleitet.
Denken Sie, verehrte Dame.
So einfach ist es leider nicht.
Zwischendurch erfolgen verschiedene Umschaltungen von einem Nerven auf den anderen. Dabei wird das elektrische Impulsmuster von Nervenbündeln jedesmal von dem elektrischen Code in einen chemischen Code umcodiert. Danach entsteht ein neuer elektrischer Code. Ob der nächste Nerv eine Erregung weiterleitet hängt davon ab, wie viele erregende und hemmende seiner Synapsen aktiviert sind. Es kann also sein – und häufig ist das der Fall -, dass ein Nerv nichts tut, dann gehen eben die eintreffenden Impulse ins Leere, sie verpuffen. Der Sinn dieser Umcodierungen vom Elektrischen ins Chemische und zurück ins Elektrische liegt darin, dass die Datenmenge dadurch rasant verkleinert wird. Man kann auch sagen: sie wird gefiltert. Vollautomatisch und unbewusst wird der größte Teil der im Hirn eintreffenden Informationen weggefiltert. Das Unbewusste, liebe Freundin, entscheidet, welche Informationen in das Bewusstsein gelangen. Im Großhirn Ihrer Freundin kommt nur ein ganz kleiner Teil der Daten an, die Sie vorher als Luftdruckänderung (Schallwellen) codiert hatten. Das reicht Ihrer Freundin jedoch, um die in der Großhirnrinde eingetroffenen elektrischen Impulse in etwas Geistiges zurückzuverwandeln, nämlich in die Worte: Frau xy hat einen neuen Freund. Sie denkt sich dann natürlich auch optisch etwas dabei, hat optische Assoziationen.

Es passiert jedoch gleichzeitig und zusätzlich noch etwas anderes:

Die vom Akustischen ins Elektrochemische umgewandelte Informationen werden zunächst in den Thalamus geleitet. Von dort gehen sie zwei Wege. Den ersten ins Großhirn habe ich Ihnen gerade erläutert.
Der zweite Weg geht vom Thalamus in den
Hypothalamus. Dort werden sogenannte Releasing-Faktoren gebildet. Diese steuern die Hormonausschüttungen der Hormondrüsen ihres Körpers. Was also im Thalamus als Information ankommt, wird zusätzlich umcodiert in Releasing-Faktoren, die über das Blut zu den Hormondrüsen transportiert werden und dazu führen, dass der Hormonspiegel verschiedener Hormone im Blut sich ändert. Und das erzeugt nun zusätzlich Gefühle im Körper. Ihre Gesprächspartnerin hat also, wenn sie Ihnen zuhört, bestimmte Emotionen. Und diese hängen davon ab, was sie selbst so erlebt hat mit Männern.
Im Gehirn werden beim Empfang der Botschaft auch Assoziationen ausgelöst, also Gedächtnisspuren aktiviert. Das Gehirn dient ja nicht nur dem Hören und dem Sprechen, sondern seine Nerven sind auch ein materielles Speichermedium für vergangene Erlebnisse. Ihre Freundin empfängt also nicht nur eine "rationale" (vernünftige) verbale Botschaft, sondern sie hat dabei sofort Assoziationen an eigene alte Erlebnisse und entsprechende Gefühle.

Davon hängt es nun ab, was sie antwortet und wie das Gespräch weitergeht.

Was ich Ihnen gerade geschildert haben, können sie gleich wieder vergessen. Sie sollten nur behalten, dass Sprechen und Hören ein sehr komplizierter Vorgang ist, bei dem eine Botschaft mehrfach umcodiert wird und zusätzlich in Gefühlstönungen umgewandelt wird.

Deshalb kann ein Gespräch sehr aufregend sein. Das werden sie ja aus Erfahrung wissen.

Bevor Sie das nächste kurze und letzte Kapitel lesen, meine liebe Freundin, machen sie bitte eine Pause, ruhen sich aus, vielleicht bei einer Tasse Kaffee. Was ich Ihnen nun noch sagen möchte, sollten sie nämlich behalten, weil es eine neue Erkenntnis meiner Philosophie ist.

Die verschiedenen materiellen Informationsspeichermedien der Natur

Wie Sie gesehen haben, lieber Lesern, sind bei diesem Beispiel einer Informationsübertragung von einem Menschen auf einen anderen mehrere materielle Speichermedien beteiligt: das Gehirn (Nerven), die Flüssigkeit zwischen Nervenzellen im synaptischen Spalt (Körperflüssigkeit mit Transmittern angereichert), das Blut (Transport von Releasing-Faktoren vom Hirn in die Hormon produzierenden Drüsen), die Luft.

Ich möchte Ihnen noch ganz kurz mitteilen, welche Speichermedien für Information die Natur entwickelt hat.

Das erste Speichermedium sind unsere Gene, bzw. die Chromosomen, die sich in unseren Zellkernen befinden. Sie speichern alle Informationen, die erforderlich sind, unseren Körper zu bauen und seine Bewegungen zu programmieren. Alle Tiere und Pflanzen verfügen über dieses Speichermedium.
Dieser Informationsspeicher überlebt das Individuum. Es gibt die auf ihm gespeicherten Informationen an die nächste Generation weiter.

Das zweite Speichermedium ist das Gehirn. Pflanzen verfügen beispielsweise nicht über diesen Informationsspeicher. Sie benötigen ihn nicht, da sie sich nicht fortbewegen. Dieser Informationsspeicher stirbt zusammen mit dem Individuum, so dass seine Information mit dem Tod des Individuums gelöscht werden.

Unsere Zivilisation

Der Mensch hat nun weitere Informationsspeicher erfunden. Er transformiert seine im Hirn gespeicherten Informationen nicht nur in Sprechsprache, also in den sehr kurzzeitig wirksamen Informationsträger der Luft, was ja auch Tiere tun (z.B. Vögel), sondern auch in Schriftsprache.
Schrift (und Bilder) ist eine Umwandlung von Gedanken (von Geistigem) in einen optischen Code, der also nicht über das Ohr, sondern über das Auge ins Gehirn gelangt. Schrift bleibt im Gegensatz zur Sprache sehr lange sichtbar, wenn die Schrift auf einen langlebigen materiellen Datenspeicher übertragen wird. In der Steinzeit waren dies Steine. Auf ihnen wurden zunächst Bilder gespeichert (Höhlenmalerei), später Sprache (Keilschrift). Inzwischen haben wir Papier (Bücher), Computer, Sticks, CD`s usw., also Informationsträger, die im Gegensatz zum Hirn unseren Tod überleben und damit Ähnlichkeit mit den Genen haben. Während jedoch die auf den Genen gespeicherte Information nur an einen Menschen weitergegeben werden (auf das Kind), können die körperextern in Büchern und anderen Medien gespeicherten Informationen an alle Menschen weitergegeben werden. Das Wissen, die gesammelten Informationen, breitet sich damit nicht nur in die Zukunft, also in der Zeit, aus, wie bei der genetischen Speicherung, sondern auch im Raum. Durch die vom Menschen geschaffene körperexterne Informationsspeicherung kann sich Wissen dadurch extrem schneller entwickeln als das genetisch gespeicherte Wissen im Rahmen der "Evolution".

Die Zivilisation, also die technische Anwendung von Wissenschaft, ist daher die Fortsetzung der Evolution. Dazu wäre auch noch eine Menge zu sagen.

Damit möchte ich Sie jetzt nicht belasten, da das in meinem Buch1 zu diesem Thema nachzulesen ist.

Erholen Sie sich nun und genießen Sie das Leben.

Ihr

Rudi Zimmerman, Berlin, den 4.3.2015

1) Rudi Zimmerman: Zivilisation als Fortsetzung der Evolution. Die Entwicklung der Erdbevölkerung zum System Menschheit. Berlin.2008. ISBN 978-3-00-024701-9

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Biologisch besteht die Erdbevölkerung aus Horden schwer bewaffneter sprechender Affen. Kann die Evolution des Geistes diese zu einer Menschheit einen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich die Philosophie lebender Systeme in dem Buch:

Zivilisation als Fortsetzung der Evolution.
Die Entwicklung der Erdbevölkerung zum System Menschheit.

ISBN 978-3000247019

Das Sein.
Ein lebendes System kenn nicht nichts tun

Hier gehts zum googeln in meinem Buch:
Das System Mensch. Konstruktion und Kybernetik des neuen ganzen Menschen.

Hier ein kurzer Vortrag bei Youtube:

Die Bedeutung der positiven Rückkopplung für die Einordnung des Individuums in die Gesellschaft

Hier gehts zu einem Aufsatz über das Geistige, nämlich die Information und ihre Übermittlung. Die Informationstheorie der PhilS

Bücher von Rudi Zimmerman:.

Das System Mensch.
Konstruktion und Kybernetik des neuen ganzen Menschen.
ISBN 3-00-012784-4

Die Datentransformation.
Das Individuum als selbstkopierender Datenträger und das Zeitalter des Systems Mensch.
ISBN 3-8311-1902-3

Philosophie lebender Systeme.
ISBN 3-00-004282-2
wird gerade überarbeitet und erscheint demnächst in 2. Auflage

Zivilisation als Fortsetzung der Evolution.
Die Entwicklung der Erdbevölkerung zum System Menschheit.
ISBN 978-3-00-024701-9